TAT-WAZ

Das TAT-Wissenschafts- und Ausbildungszentrum ist ein eigenständiger Verein der sich speziell mit der Forschung und Weiterbildung auf dem Gebiet der tiergestützten Therapie befasst.

Die Anfänge der tiergestützten Interventionen liegen wesentlich weiter zu-rück als man denkt. Schon in Babylonien und Assyrien wurde die Göttin der Heilung, Gula, in Hundegestalt dargestellt und hoch verehrt. Auch im Mittelalter wusste man, dass „Ein tier dem herze wol macht“, wie es Walter von der Vogelweide (1170 -1230) ausdrückte.
Das heißt, über Jahrtausende haben Menschen festgestellt, dass Tiere sich positiv auf Körper und Seele auswirken. Tiere, vor allem gut trainierte Tie-re, nehmen den Menschen so an, wie er ist und zeigen im Allgemeinen keine Scheu vor Krankheit, Alter, Behinderung oder anderen sozialen aus-grenzungsbedingenden Eigenschaften.
Der Verein Tiere als Therapie/TAT hat diesem Umstand schon vor ca. 30 Jahren Rechnung getragen und sich als erster österreichischer Verein mit der Thematik befasst. Frau Dr.in Gerda Wittmann, die in Australien tierge-stützte Therapie kennengelernt hat, hat mit viel persönlichem Einsatz zur Gründung des Vereines TAT beigetragen.
TAT entwickelte sich beispielhaft zum größten Verein im mitteleuropäischen Raum (derzeit ca. 600 Mitglieder) und setzte maßgebliche Initiativen zu-nächst vor allem im Bereich der Ausbildung und Prüfung von Therapie-teams und verlegte seinen Sitz an die Veterinärmedizinische Universität.
Vor allem der langjährige Obmann, Prof. Josef Leibetseder, erkannte die Notwendigkeit der wissenschaftlichen Auseinandersetzung und Forschung auf diesem Gebiet. Im Jahr 1991 wurde der Verein Tiere als Therapie gegründet, der sich seither mit wissenschaftlichen Fragestellungen ausei-nandersetzt. Zum Andenken an den 2009 verstorbenen Obmann gibt es bei jedem Symposium einen Josef-Leibetseder-Posterbewerb, der heuer mit 1000 Euro dotiert ist.
Ein Höhepunkt war 2003 die Installierung eines Universitätslehrganges „Akademisch geprüfte Fachkraft für tiergestützte Therapie und tiergestützte Fördermaßnahmen“ an der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der bisher einzig europäischer Anbieter dieser Ausbildung (derzeit fast 500 AbsolventInnen). Die Nachfrage nach Studienplätzen ist auch international 3 sehr groß. Die Organisation und Administration dieses Lehrgangs wurde TAT-WAZ übertragen.

Im Jahr 2004 wurde ein europäischer Dachverband ESAAT- European Society for Animal Assisted Therapie – gegründet. Damit wurden Qualitäts-standards geschaffen, die die stark zunehmenden Aktivitäten in diesem Bereich auch international regeln. ESAAT hat nunmehr europaweit die strengsten Qualitätskriterien, eine ESAAT-Zertifizierung bürgt für höchsten Standard.
Weitere Meilensteine wurden in letzter Zeit gesetzt. Erstmals ist das Wort Therapiehund im österreichischen Gesetz verankert, TAT hat maßgeblich dazu beigetragen. Auch wurde von TAT-WAZ ein eigenes Berufsbild „Fachkraft für tiergestützte Therapie“ im Gesundheitsministerium eingereicht.
Die Entwicklung zeigt, dass die Zeit reif ist für eine gesetzliche, einheitliche Normierung in diesem Themenfeld. TAT und TAT-WAZ werden auch weiterhin federführend dazu beitragen, dass Qualitätssicherung für Mensch und Tier gewährleistet ist.