Praxisbeispiel 1

Die Therapiearbeit der Flat Coated Retriever Hündin „Kyra“

Seit etwa einem Jahr arbeitet Kyra einmal wöchentlich (im eigenen Garten) mit dem Therapiekind Bea, einem zehn Jahre alten spastischen Mädchen, die seit ihrer Geburt blind ist und zeitweise unter epileptischen Anfällen leidet (= Erbkrankheit „Inkontinentia pigmenti-Bloch-Sulzberger- Syndrom“). Die Therapiearbeit dauert drei Stunden, da Bea sehr schnell ermüdet, immer wieder Ruhepausen zwischendurch benötigt und manchmal sogar ein kleines Schläfchen einlegt (dann natürlich am Rücken von Kyra).

Praxis 1

Zwei kurze Schritte ohne Stütze gehen sind das Höchste der Gefühle für Bea, ansonsten ist sie an den Rollstuhl angewiesen. Das Zusammensein mit Kyra motiviert Bea sehr.
Und Kyra läßt sich mit Gleichmut auch die manchmal etwas handgreiflichen Zärtlichkeiten gefallen. Damit sich Bea leichter aus dem Rollstuhl hochstemmen kann, wird in der Therapie ihre Oberarmmuskulatur gestärkt, indem Bea einen Ball, abwechselnd mit der rechten und linken Hand, in eine angedeutete Richtung wirft. Kyra holt diesen Ball dann wieder, legt ihn auf Bea’s Schoß und stupst mit der Schnauze Bea’s Hand zum Ball. Eine Stärkung der Muskulatur wurde von Bea’s Pysiotherapeutin festgestellt und somit eine Fortführung der Tier-Therapie befürwortet. Als zusätzlicher Gewinn ist noch die Stärkung ihres Selbstbewusstseins zu beachten, da Bea in ihrer Klasse die Einzige ist, die einen Therapiehund hat.

 
 
Eine Praxis 1.1weitere Therapieform für Bea, ist die „Unterwassertherapie mit Hund“. Da Frau Farrenkopf, Kyra’s Frauchen, in ihrem Garten einen Swimmingpool hat, nutzen sie diesen in heißen Zeiten. Kyra darf zu Bea ins Becken springen und spielt mit ihr im Wasser. Bea hängt dabei mit Schwimmflügeln im Wasser und schwimmt mit Kyra um die Wette. Da das Becken nicht sehr groß ist, hat das von den Wänden zurückfließende Wasser starke Massenwirkung.

 
 
Der Therapie nachmittag ist zu einem Fixpunkt in Bea’s Leben geworden, auf den sie sich, laut Auskunft der Mutter, immer schon sehr freut.

 
 
Um Bea Praxis 1.2 selbständig zu machen und nicht zu sehr zu verwöhnen, aber auch um Bea’s größten Wunsch zu erfüllen, haben sich ihre Eltern dazu entschlossen, einen Buben aufzunehmen und vielleicht zu adoptieren.
Rudi ist drei Jahre alt und war durch die Vernachlässigung in einem desolaten Elternhaus sehr scheu und verhaltensgestört.
 
Dank der Liebe und Fürsorge Bea’s Eltern ist Rudi nicht mehr wieder zuerkennen.

 
 
 
 
 

Ein klein wenig hat dazu auch Kyra beigetragen. Praxis 1.3.Wenn die Familie zur Therapie kommen, ist Rudi’s erste Frage: „Wo Wauwau?“ Falls ihm Kyra ein Stück Manner-Waffelschnitte stiebitzt, fährt er ihr mit der Hand ins Maul und holt sich die Schnitte retour. Kyra läßt dies alles geschehen.

Auch der Mutter tut die Therapie gut. Erstens hätte sie gerne selber einen Hund, doch die Betreuung von Bea macht diesen Wunsch unerfüllbar und zweitens kann auch sie sich während der Stunden mit Kyra erholen und ausspannen.
 
 
 
Kyra ist somit in dieser Therapieeinheit ein Therapiehund für drei Personen!