Nachdenklich 

Erinnerungen an einen weihnachtlichen Hunde-Besuch in der Caritas Socialis, 1230 Wien

Ich war jahrelang einmal wöchentlich “tiergestützt“ in verschiedenen Stationen im Haus der Caritas Socialis in Wien-Kalksburg tätig, natürlich auch in der Weihnachtszeit. Meine beiden liebenswerten Hunde, Becsi und Gimely , beide waren Therapiehunde mit und aus Leidenschaft, begleiteten mich damals ins Tageszentrum des Hauses.

Wir hatten einen wunderbaren, berührenden  Nachmittag mit den alten Damen und Herren und plauderten über das Thema „Wie waren denn die Weihnachten in ihren Jugendtagen“. Schwere Zeiten hatten sie alle erlebt, Kriege, Angst, Tod, Not , Krankheiten und Entbehrungen begleiteten  lange Jahre ihr Leben, trotzdem waren die meisten zufrieden mit ihrem Schicksal und hatten gute Laune. Beim Abschied begleiteten uns soviel gute Wünsche und liebe Worte, ich erinnere mich heute noch wie wenn es gestern gewesen wäre, so tief habe ich empfunden, ich fühlte mich getragen und schwebte wie auf einer Wolke aus Liebe, ich hatte fast den Eindruck die Hunde spürten das auch …

Gerade in dieser Zeit kommt mir dieser Besuch wieder in den Sinn. auch wenn vermutlich die meisten dieser Damen und Herren nicht mehr am Leben sind, auch meine Hunde sind bereits über den Regenbogen gegangen , auch wenn es heute schwierige Zeiten sind, was ist das gegen die Zeiten die diese Menschen erlebt haben, wir haben zu essen, ein Dach über dem Kopf, keine Bomben und keinen Krieg und dank moderne Medizin eine Perspektive, auch wenn es noch dauern wird, es wird sicher wieder besser werden, es wird ein Leben nach Corona geben.
Und wir haben unsere Tiere, die mit ihrer Treue und starken Beziehung eine unglaubliche Stütze  in diesen in schwierigen Lebenssituationen sind, wie wir jetzt selbst erkennen können. Geben wir  diese guten Gedanken und Gefühle weiter, nicht nur zur Weihnachtszeit können Alle jede Menge davon brauchen 😉

 

Helga Widder