GESCHICHTE

Der Verein Tiere als Therapie wurde im Jahr 1991 von der Biologin Dr. Gerda Wittmann gegründet. Lesen sie hier seine Entstehungsgeschichte:

Vor rund drei Jahrzehnten suchte Frau Dr. Gerda Wittmann in einem kleinen Artikel in einer Tageszeitung nach Menschen, die mit ihren gutmütigen Tieren Besuche in Altenheimen machen wollten. Frau Dr. Wittmann hatte während ihres langjährigen Aufenthaltes in Australien die Gelegenheit gehabt, die tiergestützte Therapie (animal assisted therapy – AAT) in diesem Land kennenzulernen und es sich nach ihrer Rückkehr zum Ziel gesetzt, diese auch bei uns einzuführen. Im Jahre 1987 wurde schließlich der Arbeitskreis „Tiere als Therapie“ gegründet.

Anfänge der TGT

In den angelsächsischen Ländern werden Tiere schon seit langem in der Therapie von kranken Menschen eingesetzt. Vor allem die Anfänge waren sehr schwierig. Mit dem Tier, womöglich mit einem Hund, in einen krankenhausähnlichen Bereich vorzudringen, schien fast unmöglich. Hygienebedenken, Angst vor möglichen Beißunfällen und ähnliches wurde vorgebracht.

Frau Dr. Wittmann und einigen freiwilligen Helferinnen, die von ihrer Idee überzeugt waren, gelang es jedoch – allen Schwierigkeiten zum Trotz – im Jahr 1988 ein Tierbesuchsprogramm im Gartenareal des Pflegeheims Lainz, dem heutigen Geriatriezentrum am Wienerwald, einzuführen. Nach und nach durften die Tiere dann auch in die Räumlichkeiten des Pflegeheims kommen. Heute ist es keine Besonderheit mehr, wenn die Tiere auch im Bett von PatientInnen liegen.

 

Im Jahr 1991 wurde schließlich der Verein Tiere als Therapie gegründet.
In den folgenden Jahren wurde stark an der Forschung über tiergestützte Therapie gearbeitet. Studien über tiergestützte Therapie wurden am Geriatriezentrum am Wienerwald unter der Leitung von Prim. Dr. Eva Fuchswans und am psychiatrischen Krankenhaus Baumgartner Höhe von Prim. Dr. Tölk, Frau Dr. Djalilian und Prof. Hermann Bubna-Littitz durchgeführt. Eine Reihe von Diplomarbeiten auf dem Gebiet der Psychologie, Heilpädagogik und der Sozialwissenschaften wurden ebenfalls verfaßt.
Im Laufe der Zeit zeigten daraufhin immer mehr Institutionen Interesse an der tiergestützten Therapie.

Seit August 1997 hat der Verein seinen Sitz an der Veterinärmedizinischen Universität Wien mit dem Ziel, seine Intentionen einem größeren Personenkreis zugänglich und bekannt zu machen.

TGT 1

Um die Qualität der Arbeit des Vereins weiter zu verbessern, wurden ab diesem Zeitpunkt spezielle Ausbildungskurse für Therapiehunde, die einen großen Teil der Therapietiere stellen, entwickelt und abgehalten.

Im Jahre 1998 erhielt Frau Dr. Wittmann das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien für ihre Bemühungen um die Installierung der tiergestützten Therapie in Österreich.

Im Vorstand des Vereins Tiere als Therapie sind TiermedizinerInnen, HumanmedizinerInnen, BiologInnen und Personen, die Tierbesuche organisieren und durchführen, tätig.

Im Laufe der Zeit war es dem Verein möglich, seine Tätigkeit immer mehr auszuweiten. Erfreulicherweise konnte der Bekanntheitsgrad der tiergestützten Therapie verbessert werden, auch die Akzeptanz nahm rapide zu. In ganz Österreich wurden TAT-Außenstellen gegründet. Heute gibt es TAT-Außenstellen in Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten.  Weiters entstanden auch im angrenzenden Ausland TAT-Außenstellen, nämlich in Deutschland, Ungarn, Griechenland und den Niederlanden.

Der Verein Tiere als Therapie organisiert nunmehr Tierbesuchsprogramme in vielen verschiedenen Einrichtungen, wie z.B. Altenheimen, geriatrischen Institutionen, psychiatrischen Anstalten, Sonderschulen für geistig- und körperbehinderte Kinder, Schulen für verhaltensauffällige Kindern und Kindergärten.
Unser Verein hat mittlerweile eine recht beachtliche Größe mit ca. 700 Mitgliedern und ca. 250 ausgebildeten TAT-Teams erreicht.

Im Oktober 2004 wurde auf Initiative von TAT der Dachverband ESAAT European Society for Animal Assisted Therapy gegründet, der europäische Dachverband für tiergestützte Therapie. Durch diesen Dachverband soll die Ausbildung auf dem Gebiet der tiergestützten Therapie standardisiert und EU-weit vereinheitlicht und ein einschlägiges Berufsbild geschaffen werden. Die Minimalqualifikationen der Vortragenden und des ausbildenden Personals werden in Zukunft europaweit festgelegt werden und eine Qualitätskontrolle wird verfolgt werden.